Vortrag „Rettet die Böden“ mit Florian Schwinn

Am 28.05.2021 fand im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein Vortrag von Florian Schwinn statt. Auf Einlandung des Aktionsbündnisses Gegen die Area 3 Ost hat Florian Schwinn zur Bedeutung der Böden vorgetragen. Die Veranstaltung wurde organisatorisch unterstützt von den Bovender Grünen und ich durfte ein Grußwort sprechen:

„‚Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.‘ Unter diesem Motto, verziert mit einer Zeichnung von Kinderhand, zogen vor fast vierzig die Grünen in den Wahlkampf – und das erste Mal in den Deutschen Bundestag ein. Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt, man könnte diese Erde auch mit Böden übersetzen, auf denen wir alle leben, die uns nähren sollen, die auch unsere Kinder nähren sollen. Böden, die im Angesicht der Klimakrise wieder stark in den Fokus rücken. Sind sie doch weit mehr als nur die Oberfläche, auf denen wir unser Leben aufbauen. Welche Chancen in den Böden stecken, davon wird dankenswerter Weise Herr Schwinn heute berichten und ich freue mich als grüner Bürgermeisterkandidat in Bovenden sehr, dass Sie heute hier zu diesem wichtigen Thema vortragen – auf Initiative und Einladung des Aktionsbündnisses Plesse-Angerstein, das sich den Widerstand gegen die Realisierung des Gewerbegebietes Area 3 Ost engagiert.

Und, ich ahne es, sie werden mir und uns Hausaufgaben mitgeben, wie wir mit Böden umgehen sollten und welche Möglichkeiten uns Böden geben, die Klimakrise in den Griff zu bekommen.

Und mit den Hausaufgaben sind Sie nicht allein. Vor wenigen Wochen erst hat das Bundesverfassungsgericht in einem bahnbrechenden Urteil bestätigt, was die Grünen 1983 auf Plakate druckten: Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. In den Worten des Bundesverfassungsgerichtes: ‚Danach darf nicht einer Generation zugestanden werden, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde.‘ Dem Schutz der Böden und ihrem Potential, die Klimakrise zu begrenzen kommt deshalb ein besonderes Augenmerk zu.

Insbesondere deshalb, weil Böden, etwa über den Wiederaufbau von Humus CO2 in umfänglichem Maße binden können. Eine Überbauung von wertvollem Boden, wie bei der Area 3 Ost nun geplant, verhindert dies für diese Flächen unumkehrbar. Dabei urteilte das Bundesverfassungsgericht weiter, dass künftig ‚bereits belastbare Hinweise auf die Möglichkeit gravierender oder irreversibler Beeinträchtigungen berücksichtigt werden‘ müssen. Es ist also längst keine politische Geschmacksfrage mehr, gar eine ‚ideologische‘, ob Böden überbaut werden, sondern inzwischen eine Frage von Verfassungsrang, wie wir (auch) mit Böden umgehen.

‚Wir betonieren, asphaltieren ihn zu, baggern ihn weg, planieren und versiegeln. Täglich gehen auch in Deutschland noch immer sechzig Hektar Land verloren‘, so steht es bei Florian Schwinn, der weiter ausführt, dass im Prinzip jeder verlorene Hektar einer zu viel sei. Und das gilt nicht nur für Überbauung und Versiegelung.

Wir haben diese Erde, die Böden von unseren Kindern nur geborgt. Es ist diese ur-grüne Einsicht, über die wir heute Abend ins Gespräch kommen und weil das ein so wichtiges Thema ist, unterstützen wir als Bovender Grüne die heutige Veranstaltung sehr gern und freuen uns über einen spannenden Vortrag, eine produktive Diskussion. Und ich und wir hoffen, künftig den einen oder anderen vorgetragenen Zusammenhang auch politisch umsetzen zu können.“

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