„Als stärkste Kraft in Bovenden aus der Europawahl 2019 hervorgegangen, wollen wir nicht mehr ‚nur‘ begleiten, sondern die Entwicklung im Flecken Bovenden auf Augenhöhe mit CDU und SPD anführen – mit Ideen und Personal. Wir werden ein inhaltliches Alternativangebot sein zur Großen Koalition im Bovender Rat und Rathaus.“

Alles ist drin. Für alle. Bündnis 90 /Die Grünen Bovenden. Kommunalwahlprogramm 2021.

Bovenden 2035. Auf dem Weg in unsere gemeinsame Zukunft.

Wir als Bovender Grüne und ich als grüner Bürgermeisterkandidat im Flecken wollen, dass Bovenden vorangeht bei der ambitionierten Umsetzung der Pariser Klimaziele – ganz im Einklang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und dem bahnbrechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, wonach Klimaschutz nicht auf die künftigen Generationen abgewälzt werden darf. Dafür braucht es, sozial ausgewogen und ökologisch ambitioniert, mehr als ein paar (ökologisch wichtige) Blühwiesen oder eine (fraglos notwendige) Photovoltaikoffensive auf Neubauten in ferner Zukunft. Insofern wollen wir weit umfassender als bisher prüfen und umsetzen, was möglich ist – und wofür sich die Menschen im Flecken mitnehmen und begeistern lassen.

Was das mit Peter Lustig zu tun hat, können sie gern hier, in der Langfassung unseres Programms herausfinden. Einen Überblick gibt es hier im Folgenden. Das gesamte Programm gibt es hier.

Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Mit diesem Wahlkampfmotto zogen die Grünen 1983 das erste Mal und entgegen allen Erwartungen in den Bundestag ein. Grüne Politik hat seither viel verändert, oft aus der Opposition heraus, nicht selten unterstützt von engagierten Bürger:innen. Immer getreu dem Anspruch aus den Gründungstagen, Politik jenseits alter Gewissheiten und der Selbstgenügsamkeit der alten Volksparteien aktiv zu gestalten – ökologisch und sozial
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Für ein Bovenden, das schnellstmöglich klimaneutral wird und echten Klimaschutz mit Leben füllt. Für ein Bovenden, das sich mit Augenmaß und Weitsicht jenseits gewohnter Pfade behutsam entwickelt. Für ein Bovenden, das gemeinsam mit den Menschen vor Ort, mit Unternehmer:innen, Gewerbetreibenden und der Landwirtschaft, mit den Altvorderen und der Jugend, Klima und Artenvielfalt schützt.
Für ein Bovenden, das neue Wege geht, bevor die alten nicht mehr betretbar sind. Für ein Bovenden, das Zukunft ökologisch und sozial gestaltet – bevor die Zukunft da ist. Für ein Bovenden, das agiert, statt zu reagieren. Für ein Bovenden, in dem das Gute Leben für alle möglich ist. Für ein Bovenden, das wir guten Gewissens an unsere Kinder weitergeben können. Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt.

Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind vielfältig und keine davon löst sich von selbst. Schon gar nicht angesichts vielfältiger Lebenslagen und Herausforderungen: Die Klimakrise, der Vertrag von Paris und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das uns alle deutlich mehr fordert als bisher. Hinzu kommt die Bewältigung einer Pandemie, digitaler Wandel, demographische Entwicklung, soziale Spaltung und fehlender bezahlbarer Wohnraum in der Region Göttingen, ebenso der massive Druck auf ökologisch wertvolle Flächen und Böden. All das stellt auch den Flecken Bovenden vor große Herausforderungen.
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Wir wollen einen echten Klimavorbehalt für alle kommunalen Maßnahmen. Das heißt, jede Maßnahme muss darauf geprüft werden, ob sie dem Klimavertrag von Paris und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes genügt. Wir wollen klimaneutrale Gemeindewerke, wir wollen von Bürger:innen und lokalen Akteur:innen getragene Energiegenossenschaften, wir wollen die lokale Wirtschaft, die Landwirt:innen, die Bovender:innen als Partner:innen der Energiewende. Wir wollen klimaneutral bauen, klimaneutral mobil sein, klimaneutral gut leben. Ein klimaneutrales Bovenden 2035 und ein klimapositives Bovenden 2045 – die Gemeinde stößt weniger CO2 aus, als ihre natürliche Umwelt binden kann – lautet das ambitionierte Ziel. An diesem Ziel kann man scheitern, aber auch wachsen. Aber, so eine alte Weisheit, wer aufhört zu kämpfen, der hat schon verloren. Und der übersieht die vielen Chancen, die auf dem Weg liegen. Dementsprechend wollen wir radikal-realistisch alles prüfen, was möglich ist und die Menschen dabei mitnehmen, prüfend, diskutierend und umsetzend – im Rathaus, im Gemeinderat und in den Ortsräten im gesamten Flecken Bovenden. Was das mit Peter Lustig zu tun hat, müssen Sie selbst herausfinden…

Wir wollen lebenswerte Dörfer als Orte der Begegnung. Starke Ortszentren mit einem starken Ehrenamt. Bürger:innenräte. Wir wollen mehr Grün, weniger Verkehr, mehr entsiegelte Flächen. Wir wollen Flächen umsichtig nutzen, bei der Bebauung Klimakrise, demographischen Wandel und steigende Mieten mitdenken. (mehr)

Wir wollen einen echten Klimavorbehalt für alle kommunalen Maßnahmen. Wir wollen, dass die Energie- und Wärmeproduktion so lokal wie möglich organisiert wird. Und dass die lokale (Land)Wirtschaft, die lokalen Gemeindewerke und vor allem auch die Bürger:innen vor Ort daran teilhaben können – als Akteur:innen, Prodzuzent:innen oder Teihabende in Energiegenossenschaften. Wir wollen klimaneutrale Gemeindewerke und einen Wettbewerb der Ideen statt Verwaltungsdenken bei der Klimawende. Damit Bovenden 2035 klimaneutral sein wird.

Fläche muss wieder als rares Gut verstanden und mit Böden sorgsam umgegangen werden. Deswegen rücken wir den Vorrang von Ökologie, Klima- und Generationengerechtigkeit ins Zentrum: Kein Ausverkauf von Flächen, Aufbau eines Entsiegelungskatasters, einen Fokus auf die Entwicklung von Innenflächen, einen Vorrang für ökologische Vorzeigeprojekte und für neue Ideen statt einem „Weiter so“. Das geplante Gewerbegebiet Area 3 Ost lehnen wir daher ab.

Wir wollen die Landwirt:innen als Akteur:innen im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen: bei Blühstreifen, bei nachhaltiger Bewirtschaftung, bei der Vermarktung ihrer Produkte, bei der Schaffung von Kohlenstoffsenken, bei der Bereitstellung von Fläche für Erneuerbare Energien. Gemeinsam mit dem Gewerbe, Handel und Handwerk wollen wir Ökologie und Ökonomie im Lokalen zusammendenken, Parkplätze und Dachflächen mit teiltransparenten Solarzellen überdachen, unbürokratische Rahmen schaffen und durch lokale, emissionsfreie Logistik und bessere Infrastrukturen, wie Abholstationen, den lokalen Handel und die Versorgungssicherheit fördern.

Wir wollen den genossenschaftlichen, kommunalen Wohnungsbau stärken und damit dem Mietendruck begegnen. Wir wollen klimaneutral bauen und wohnen. Dazu gehören begrünte Dächer, Fassadengrün, klimaneutrales Heizen, Dächer, die Solarstrom erzeugen und Gebäude, die nachhaltig gedämmt sind. Hierfür soll ein Anforderungskatalog erarbeitet werden, der Bauherr:innen unterstützend begleitet. Wir wollen Mehr-Generationen-Wohnen, modulares Bauen, temporäres Bauen, Tiny Houses. Wir wollen grüne Bauleitplanung und Baurecht der Klimakrise anpassen. Wir wollen ermöglichen, auch wie Peter Lustig zu wohnen.

Individuelle, umweltschonende Fortbewegung wollen wir mit den Bedürfnissen einer wachsenden Kommune verbinden, durch attraktive und sichere Geh- und Radwege in und zwischen den Ortsteilen, ausreichend breite Fahrradstreifen, den Ausbau von Tempo 30-Strecken im Ortsbereich, sowie (temporär) autofreie Zonen für mehr Lebensqualität und die Entstehung von Flanierbereichen. Wir wollen einen Ausbau des ÖPNV, mehr Schnellbusse, eine attraktivere Anbindung der Ortsteile und eine zügige Bereitstellung von Infrastruktur für E-Busse. Alternative Mobilitätsmöglichkeiten wie Lastenräder, E-Bikes, und Carsharing-Angebote sowie Ladeinfrastruktur für E-Autos wollen wir massiv ausbauen.

Es braucht einen Schub in der Digitalisierung – für unsere Schülerinnen und Schüler ebenso wie für die lokale Wirtschaft und als Antwort auf den Boom des Homeoffice und als Lehre aus der Corona-Pandemie. Wir wollen Glasfaseranschlüsse für Neubaugebiete, kostenfreies WLAN in zentralen Bereichen der Ortsteile sowie eine digitalisierte, barrierefreie und transparente Verwaltung.

Bildung ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade nach dieser für Kinder und Jugendliche so einschneidenden Pandemie sollten in den nächsten Monaten und Jahren weder Kosten noch Mühen gescheut werden, Kinder und Jugendliche alters- und sachgerecht fördern, gerade weil der Druck, jetzt alles schnellstmöglich nachzuholen, absehbar ist. Deshalb wollen wir die dritte Fachkraft in den Kitas, mehr pädagogisches Personal in verlässlicher Betreuung, einen Bildungsentwicklungsplan, der Sprachförderung, digitales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert, leistungsfähige Internetanschlüsse in Klassenräumen und digitale Arbeitsplätze für Lehrkräfte. Damit entlasten und unterstützen wir auch unmittelbar Familien.

Niemand soll Diskriminierung erleiden aufgrund des Geschlechts, Herkunft, sexueller Orientierung oder des Einkommens. Dafür muss Demokratie Tag für Tag gelebt und entschlossen verteidigt werden. Weltoffen, inklusiv und integrativ. Wir wollen ein sicherer Hafen für geflüchtete Menschen sein und die Integration von Migrant:innen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, eine gesicherte Gesundheitsversorgung und die Perspektive auf ein kommunales Wahlrecht fördern. Zusammen mit Initiativen in diesen Bereichen wollen wir die Demokratie fördern und den Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus aufnehmen.

Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt. Das ist nicht nur ein Satz aus längst vergangenen gründungsgrünen Tagen, sondern es bleibt der Kern bündnisgrüner Politik. Das soll das Wahlprogramm Bovenden 2035 zeigen. So radikal wie möglich in den Ideen, so realistisch wie nötig beim Mitnehmen aller Menschen hier vor Ort, wollen wir für Bovenden mehr als nur die Verwaltung des Immergleichen mit ein paar Anpassungen an Standards, die von außen vorgegeben werden. Als Lehre aus der Doppelkrise – Corona und Klima – wollen wir ambitioniert denken und handeln. Handeln, bevor Handlungsdruck entsteht. Zukunft gestalten, bevor die Zukunft da ist. Für alle. Wir wollen mit den Menschen vor Ort reden, bevor es zu Missverständnissen kommt. Politik in der Klimakrise muss gestaltet werden, bevor die Klimakrise Politik gestaltet. Deshalb ist unser Ziel ambitioniert: Bovenden klimaneutral bis zum Jahr 2035 und klimapositiv ab 2045.

Dafür haben wir ein Angebot gemacht. Ein Angebot für alle. Ein Angebot, das in den kommenden Jahren Grundlage eines Dialoges sein soll. Wir wollen eine Politik des Zuhörens umsetzen, in Anlehnung an Winfried Kretschmann, den grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.

Es ist ein Programm, das zeigen soll: „Alles ist drin“. Ein Programm, das Diskussionsanregung sein will. Ein Programm, das uns alle fordern wird: Politik, Wirtschaft, Handel, Gewerbe, Landwirt:innen und Bürger:innen. Ein Programm für unsere gemeinsame Zukunft. Ein Programm, das uns fordern wird und muss, schließlich sind wir es unseren Kindern, Enkel:innen und allen künftigen Bürger:innen des Fleckens schuldig.

Weil wir die Erde von unseren Kindern nur geborgt haben.


Alles ist drin – unser Programmentwurf zur Bundestagswahl 2021

„Wir werden manch gute Tradition auf neue Weise zum Tragen bringen, manch Neues begründen, manch Gewohntes ablösen, aber wir schaffen Sicherheit im Übergang. Nach einer Ära der politischen Kurzfristigkeit bringen wir den langen Atem, den klaren Kompass und die Durchsetzungsfähigkeit mit, um unser Land – im Herzen Europas, der Welt zugewandt – in eine bessere Zukunft zu führen. Ja, zu führen. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik kämpfen wir, BÜNDNIS 90/Die Grünen, um die politische Führung in diesem Land, inhaltlich und personell. Wir stehen auf einem festen Wertefundament und sind tief verwurzelt in der Gesellschaft. Wir haben ein klares Ziel für dieses Jahrzehnt vor Augen: klimagerechten Wohlstand. Wir sind gewachsen und gestärkt durchs Regieren in Kommunen, Ländern und im Bund. Mit Erfahrung und Kompetenz, mit Herz und Weitblick, mit Zuversicht und Leidenschaft, offen und lernfähig. Wir laden Sie ein, mit uns diesen Weg zu gehen.“

Programmentwurf zur Bundestagswahl 2021, S. 6

Der gesamte Programmentwurf findet sich hier.