Michael Lühmann: Rede zur flächendeckende Unterstützung beim Schwimmenlernen
TOP 11 Antrag (SPD/GRÜNE): Schwimmen lernen - Leben retten. Flächendeckende Unterstützung beim Schwimmenlernen
- Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg*innen,
viele von Ihnen erinnern sich sicher an ihr erstes Schwimmabzeichen, mein Schwimmabzeichen Stufe 1, habe ich im historischen Stadtbad der Stadt Leipzig erworben, erzwungenermaßen, nachdem mein großer Bruder und mein bester Freund in der Wochenendhaus-siedlung es für eine gute Idee gehalten haben, mal das Boot des Fischereivereins für eine Spritztour auf dem Stausee auszuleihen – kindlichen Übermut und fehlende Schwimmfähigkeit habe ich im Alter von fünf Jahren womöglich noch nicht vollständig sachgerecht abgewogen.
Als junger Papa von vier Kindern hatte ich das große Glück, dass meine ebenfalls noch jung gebliebener Schwiegervater mit einer Engelsgeduld allen vier Kindern in den Herbstferien das Schwimmen beigebracht hat, aber dieses familiäre Glück ist Privileg, und die ausreichenden Schwimmflächen, Lehrkräfte, Kurszeiten bleiben eine Herausforderung – eine, der sich das Land, dazu hat der Kollege Meyn ausgeführt, intensiv gestellt hat und weiter stellt. Und auch die Bundesmittel, die wir als Bündnis90/Die Grünen der Bundesregierung ermöglicht haben, helfen, wenngleich ich weiter enttäuscht bin, dass die Sportmilliarde am Ende gedrittelt wurde. Mit so wenig Mut werden wir den Betonschulden der 70er und dem Spardiktat der 90er nicht ausreichend begegnen können.
Und auch wir als Landtag haben geliefert, 35 Millionen für ein sehr gut angenommenes Programm zur Sanierung von Lehrschwimmbecken, kommunale Investitionsmittel in Höhe von 600 Millionen Euro, dazu das Kommunalinfrastrukturfördergesetz, das 4,7 Milliarden Euro in die Kommunen ausschüttet. Ich kann als sportpolitischer Sprecher meiner Fraktion und als Kommunalpolitiker nur appellieren: Nutzen wir die Mittel vor Ort für die Hardware.
Aber es geht auch um die Software. Mein ausdrücklicher Dank an DLRG, Landesschwimmverband, Landessportbund, Sportjugend, die Schulen, Elterninitiativen, Großeltern und die vielen Vereine. Bei letzteren spielt auch der verdoppelte Ansatz für die Sanierung von Vereinssportstätten hinein, der Vereine in die Lage versetzt zu sanieren. Und erlauben Sie mir, an dieser Stelle den Blick Richtung Vereine nochmals zu weiten. Wir können sehr stolz sein, dass, ein Beispiel für Software unter vielen, der Turnklubb zu Hannover hier mit dem Stadtsportbund und der Region die Schwimmoffensive fortsetzt und auch, der Blick geht, Stichwort Hardware, erneut nach Göttingen zum ASC, der in Rosdorf als Verein selbst eine Schwimmstätte errichtet.
Wie beim Sport im Allgemeinen so beim Schwimmen im Besonderen: dieser breite Ansatz, mit der kommunalen Familie, Schulen, Verbänden und Vereinen im engen Austausch zu agieren, das ist, was das Sportland Niedersachsen ausmacht, das ist groß.
Und diesen Weg gehen wir konsequent weiter, damit Eltern weniger Sorgen haben müssen, wenn ihre Kinder mal ein bisschen zu übermütig sind an einem Badesee.