Pressemitteilung:Gewalt nimmt zu, auch in Südniedersachsen
Auf eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Michael Lühmann liegen nun auch die Zahlen rechts motivierter Straftaten des vierten Quartals des Vorjahres vor. Danach ergibt sich für das Gesamtjahr 2025, dass die Zahl der rechts motivierten Straftaten weiterhin auf extrem hohem Niveau liegt. Zu verzeichnen ist überdies erneut ein deutlicher Zuwachs rechter Gewalttaten.
Auf eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Michael Lühmann liegen nun auch die Zahlen rechts motivierter Straftaten des vierten Quartals des Vorjahres vor. Danach ergibt sich für das Gesamtjahr 2025, dass die Zahl der rechts motivierten Straftaten weiterhin auf extrem hohem Niveau liegt. Zu verzeichnen ist überdies erneut ein deutlicher Zuwachs rechter Gewalttaten.
„Auch wenn die extreme Dynamik der Fallzahlen in fast allen Motivbereichen zunächst gestoppt scheint, verweist der erneute Zuwachs an Gewalttaten im vergangenen Jahr auf die konstant hohe Gefährlichkeit rechtsextremer Ideologie. Angesichts von landesweit fast 3550 Fällen rechter Straftaten gibt es weiterhin keinen Grund zur Entwarnung“ so Lühmann aus Bovenden.
In der Südniedersachsen zeigt sich diese Entwicklung auch im vierten Quartal des Vorjahres deutlich: Die Behörden registrierten in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 in den Landkreisen Göttingen und Northeim 35 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund, im Gesamtjahr waren es 242*. Für Lühmann steht fest: „Der Rechtsextremismus ist und bleibt die größte Gefahr für die Demokratie auch in Niedersachsen. Die jüngste Einstufung der AfD als Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung durch den niedersächsischen Verfassungsschutz trägt dieser Beobachtung Rechnung. Umso mehr begrüße ich jede zivilgesellschaftliche Initiative, Demonstrationen und das solidarische Zurückweisen rechter Raumnahme, ob in Göttingen, Hann. Münden, Northeim, Einbeck oder in Uschlag. Göttingen ist und bleibt eine antifaschistische und weltoffene Stadt, Südniedersachsen eine weltoffene und vielfältige Region. Es liegt an uns allen, Politik und Gesellschaft, dass das so bleibt.“
„Diese Entwicklung zeigt: Es gibt einen Nährboden, in dem rechte Straftaten gedeihen und auf dem auch die Gewalt weiter zunimmt. Dies auch aus Reihen der niedersächsischen AfD, wie etwa der Fall des Angriffs auf die Gedenkstätte Ahlem im Jahr 2025 belegt. Worten folgen schon immer Taten, insofern sind rechte Sticker, rassistische Sprüche und diskriminierende Handlungen klar dem Vorfeld rechter Gewalt zuzuordnen – das gilt auch und gerade für Aussagen der AfD innerhalb und außerhalb des Parlaments,“ so Lühmann abschließend.
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Landkreis Göttingen/Altkreis Osterode:
- 4. Quartal 2025: 27 rechtsextrem motivierte Straftaten, drei rechtsextrem motivierte Gewalttaten
- gesamtes Jahr 2025: 182 rechtsextrem motivierte Straftaten, neun rechtsextrem motivierte Gewalttaten
Landkreis Northeim:
- 4. Quartal 2025: acht rechtsextrem motivierte Straftaten
- gesamtes Jahr 2025: 60 rechtsextrem motivierte Straftaten, eine rechtsextrem motivierte Gewalttat