Statement:Grüne: Gewaltdelikte bleiben große Herausforderung, Gewaltprävention stärken

Die weiterhin sinkende Kriminalitätsbelastung im Land bedeutet für Niedersachsen eine gute Entwicklung. Trotzdem: Die anhaltend zu hohen Zahlen im Bereich der Gewaltkriminalität bleiben eine große Herausforderung und erfordern weiterhin eine sachliche Debatte über zielführende Gegenmaßnahmen und zur Gewaltprävention.

Innenministerin Behrens hat die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorgelegt. Danach hat sich die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten um mehr als vier Prozentpunkte verringert. Dazu sagt Michael Lühmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion:

Die weiterhin sinkende Kriminalitätsbelastung im Land bedeutet für Niedersachsen eine gute Entwicklung. Trotzdem: Die anhaltend zu hohen Zahlen im Bereich der Gewaltkriminalität bleiben eine große Herausforderung und erfordern weiterhin eine sachliche Debatte über zielführende Gegenmaßnahmen und zur Gewaltprävention.

Wir Grüne begrüßen es ausdrücklich, dass der Bund endlich ein Gewaltschutzgesetz zur Bekämpfung häuslicher Gewalt vorlegt. Unser Ziel ist es nach wie vor, in notwendiger Abstimmung mit dem Bundesgesetzgeber auch in Niedersachsen zu einer zügigen Umsetzung der elektronischen Fußfessel und einer Stärkung der Täterarbeit zu kommen.

Die Kriminalstatistik macht klar, dass wir trotz eines Rückgangs bei gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten durch die Vielzahl von Messerangriffen sicherheitspolitisch und sozialpolitisch stark gefordert sind. Kriminalität besitzt auch immer sozioökonomische Ursachen, die insbesondere bei jungen Männern durchschlagen. Deswegen begrüßen wir es sehr, dass das LKA diesen Phänomenbereich wissenschaftlich erhellt, um die tieferliegenden Ursachen gezielter zu bekämpfen.

Besonders erfreulich ist, dass infolge der Entkriminalisierung konsumnaher Cannabisdelikte die Fallzahlen in diesem Bereich stark sinken. Das ist ein Weg, den wir weiter konsequent beschreiten sollten. Denn nicht die künstliche Verknappung von privatem Cannabis-Besitz oder die Rückkehr zu einer restriktiven Cannabis-Politik drängen den illegalen Markt zurück, sondern die konsequente Legalisierung und die Ausweitung des legalen Anbaus in Anbauvereinigungen.

Zurück zum Pressearchiv